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Mein erstes Mal ;)

Erlebnisbericht vom Meisterstein Highline Festival 2021:

Vor vielen Jahren haben mich diese Extremsportvideos, in welchen abenteuerlustige Sportler Slacklines von Berg zu Berg spannten sehr fasziniert. Dass ich heute einige dieser „Verrückten“ persönlich kenne und sogar dazu gehöre hatte ich damals nicht für Möglich gehalten! Das Slackline Fieber erfasste mich vor ca. 4 Jahren. Lange Zeit lief ich nur einsam kurze Parklines, lernte dann aber endlich auch andere Slacklinerinnen und Slackliner kennen und rutsche langsam in die „Szene“ hinein.

Nachdem ich Ende 2020 auch noch Mitbegründer des Slackline Vereins für das Rhein-Main Gebiet war, dem Slackline Rhein-Main e.V. (SLRM), war ich gespannt auf die abgefahrenen Sachen die mich nun erwarteten. Und es hatte nicht lange gedauert, da flatterte eine Nachricht herein, dass der, auch erst vor kurzem gegründete DSV, der Deutsche Slackline Verband, ein Festival in einem Steinbruch mit Highlines über einen See plane.

Doch das Foto der Location, mit diesen schroffen Felsen und dem grünlich schimmernden Wasser, sah eher nach einem schönen Bergsee in Neuseeland aus. Ich konnte nicht glauben, dass dies in Deutschland sein sollte. War es aber, ich war Zeuge! 😉

Die Planung schritt voran, denn im Sommer 2021 war tatsächlich eine Anmeldung möglich, so hieß es in der Einladungsemail. Meine Anmeldung ging sofort raus und ich habe mich sehr gefreut, dass auch viele vom SLRM Verein zusagten.

Schnell noch Urlaub beantragt und dann ging es für mich am Freitagvormittag, den 17.9.2021 los zum Bergsee Meisterstein bei Winterberg. Als ich ankam, wurde ich gleich von einem dreiköpfigen DSV Team sehr freundlich begrüßet und in alles, was ich für meine Sicherheit und drum herum wissen musste, eingewiesen.

Bevor es richtig losging, suchte ich mir aber zuerst ein kleines Fleckchen im Wald um mein Zelt für die Nacht aufzuschlagen. Anschließend ging es den Schildern nach in Richtung Lines. Erst nach einem langen, in den Felsen geschlagenen Tunnel, konnte ich zum ersten Mal die vielen Highlines und Waterlines im ganzen Bergkessel, zum Teil weit über meinem Kopf gespannt sehen. Atemberaubend! Musste eine Heidenarbeit gewesen sein, alle diese Lines zu spannen!

Die Lines waren zwischen 24 und 200 Meter lang. Die etwas kürzen Water-Midlines, vielleicht 5 Meter über dem See, haben es mir angetan, denn ich fühlte mich noch eher bei 20-30 Meter Länge „zu Hause“. Nun hieße es aber erst einmal einreihen, also meinen Karabiner in die Warteschlange hängen und warten bis ich dran war. Das Warten war aber alles andere als langweilig, denn ich fieberte mit den slackenden und freute mich zusammen mit ihnen, wenn sie über ihre Grenzen hinauswuchsen und ihre ersten Schritte oder Tricks auf der Line geschafft hatten. Außerdem spielte jemand im Hintergrund Handpan und die Partner Yoga und Jonglage Artisten und Artistinnen anzuschauen war sowieso sehr nice!

Dann wurde es aber Ernst für mich: Das erste Mal mit einer Leash auf einer Line – „zuerst einmal die Angst vor dem Fallen überwinden“, hatte man mir beim Warten empfohlen, „Einfach einen Köpper über die Line ins Nichts machen“. Einfach?! – Wahnsinn! – Jetzt oder nie – – geschafft! Alles wackelte und drehte sich. Wo war unten, und wo oben? Ah, da! Ja, ich lebte tatsächlich noch und es war wirklich nicht so schlimm. Und nun, Leash climb – Mantle Mount – oft geübt, saß wieder oben drauf und alles wackelte, schwank hin und her und schaukelte. Hui… Warum schaukelte es bei den andern nicht so?

Aufstehen klappte auch, war nur wirklich wackelig. Natürlich bin ich nach den ersten Schritten wieder in die Leash gefallen und meine Haare wurde ein wenig nass, so tief ging es abwärts. Sah wohl gut oder witzig aus, denn ich habe Beifall vom Ufer geerntet.

Auf meine ersten Schritte war ich wirklich sehr stolz und war happy!

Am Abend gab es für die Helfer, ich habe mich für’s Schnippeln und Abräumen gemeldet, ein sehr leckeres und ordentlich scharfes Essen (ich mochte die Chili Menge, Lob ging ja schon direkt an den Koch!) ;D
Von meiner Schokokuchenspende habe ich aber leider nichts mehr abbekommen, nicht schlimm… Hoffe er hat geschmeckt!  😉

Das DSV Orga Team war der Hammer, denn neben einem kleinen Lagerfeuer wurde abends unten am See eine Leinwand aufgebaut und Slackline Videos gezeigt. Das machte extrem Lust auf den nächsten Tag!

Der Samstag begann mit einem erfrischenden Bad im See und ich genoss anschließend das organisierte Frühstück. An diesem Tag standen eine andere Water-Midline und die kurze Highline auf meinem Programm. Auch diese waren für mich, mit den ersten 10 Schritten, weiteren Leashfalls und mit viel, viel Luft unter mir, ein voller Erfolg!

Auch dieser Tag ging leider viel zu schnell vorbei. Das Abendprogramm sah wie folgt aus: Quatschen, essen, trinken, quatschen, Slacklinefilme schauen, quatschen, Feuershow bejubeln und am Lagerfeuer sitzen und fachsimpeln. Außerdem stellten sich neben dem DSV auch viele deutsche Slackline Vereine kurz vor. Sehr beeindruckend, wie viele Gleichgesinnte es doch hier in Deutschland gibt! Der Slackline Rhein-Main e.V. war natürlich auch dabei und sehr gut vertreten! Hier ein kleines Gruppenfoto einiger SLRM e.V. Vereinsmitglieder.

Ein extrem großer Dank geht an dieser Stelle von unserem Verein und natürlich auch von mir an das Orga Team des DSVs: Judith, Elli, Mey, Sarah, Steffen und Philipp! Wahnsinn, was ihr in so kurzer Zeit auf die Beine gestellt habt!

Für mich war das Highline Festival am Meistersteiner Bergsee ein Jahreshighlight. Ich fühlte mich als Highline Rookie wirklich save bei den DSV Profis!

Mein Ziel ist es, nächstes Jahr den Schritt auf die längeren Highlines zu wagen. Ich freue mich jetzt schon darauf, mit meinem Verein wieder nach Meisterstein zu fahren und all die tollen Menschen wieder zu sehen, die ich beim Festival kennen gelernt habe! Bis dahin heißt es aber: Longlines üben!  ;D

Welch eine tolle neue Welt; ich mag sie sehr!

Sascha


Hier noch einige Impressionen des Wochenendes:

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